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Terrorverlag 09/2011

Wenn man erst mal am Boden liegt, rechnet keiner mehr mit einem. So ging‘s auch TONY GORILLA. 2004 ohne Sänger und nur noch mit Drumcomputer am Werkeln, folgt der nötige Radikalumbau.

Die Demo hochgelobt von der Presse und wenig später fährt der Zug mit dem 2007 erschienenen "Untamed Beast" ab. Die Band spielt Konzerte mit CLAWFINGER, SHE-MALE TROUBLE, MADBALL, SMOKE BLOW, GENEPOOL und NEW MODEL ARMY, um sich 2010 an die Arbeit für den Nachfolger "Season of the wolves" zu machen.

Und der hat´s in sich. Räudiger Rock´n´Roll Hardcoreschinken mit ner ordentlichen Portion Testosteron. Dreizehn rifflastige Titel irgendwo zwischen den 70ern und 80ern einzuordnen, die intensiv erlebt werden wollen. Bei Titeln wie "Killing time" oder "Rats get fat" wird geklotzt statt gekleckert, basslastig um die Ecke gebollert und ordentlich die Riemen angezogen. Doch all der instrumentale RnR-Wahnsinn kommt nicht gegen die geniale, recht hohe Stimmlage an. Zu Größerem berufen hat man hier einen Wikinger an Bord, der richtiggehend zur Schlacht ruft. "Sick of you" wird so zur wahren Belastungsprobe - nicht nur für die Stimmbänder. BLACK FLAG & Co lassen grüßen, wenn TONY GORILLA die Clubmauern zum Erzittern bringen.

"Season of the wolves" ist ein (ein-)druckvolles Rock‘n’Roll/ Hardcore/ Punkrock-Album der guten alten Schule. Mitreißend, anpackend und gnadenlos gut - auch dank des mächtigen Gesangsorgans. Man mag nicht mehr mit ihnen gerechnet haben, aber gerade das lässt TONY GORILLA umso mächtiger an unsere Haustür klopfen. Zeit Sie reinzulassen...

Markus Söllner

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